GayLesen

… Geschichten die über den Regenbogen führen

Noah – Cara Dee

Der Regisseur Noah verliert auf einen Schlag alles was in seinem Leben wichtig war. Erst erwischt er seine Freundin beim Seitensprung, dann stirbt seine ganze Familie bei einem tragischen Flugzeugabsturz. Noah bleibt zurück. In seinem Elend, seiner Trauer, seiner Perspektivlosigkeit. Dass er nicht völlig den Boden unter den Füssen verliert, ist nur seinem Freundeskreis zu verdanken. Und dann gibt es da noch Julian – den erwachsenen Stiefsohn seiner verstorbenen Schwester.

Dieser steht eines Tages bei Noah vor der Tür und Noah nimmt ihn bei sich auf. Gemeinsam beginnen sie ein neues Leben und versuchen zusammen ihre Trauer und den Schmerz zu verarbeiten. Doch Julian hat noch andere Probleme, die ihm zu schaffen machen. Und doch gelingt den beiden Männern ein Neuanfang. Aber das Zusammenleben ist nicht konfliktfrei und Noah hat mit unerwünschten Gefühlen zu kämpfen, denen er nicht nachgeben kann.

Schweres Thema, wirklich gut umgesetzt. Vorab – hier gibt es keinerlei Blutverwandtschaft zwischen Noah und Julian. Doch ihre Beziehung wird von vielen Menschen skeptisch oder angewidert betrachtet. Es spielt auch der Altersunterschied von fast 20 Jahren eine Rolle. Die Autorin ist mir neu, hat diese Geschichte wirklich einfühlsam, berührend und romantisch geschrieben, ohne dass sie zu einem sentimentalen Drama verkommt. Noahs Schmerz und die Art diesen zu betäuben ist absolut nachvollziehbar beschrieben. An diesem Verlust zerbricht der smarte Mann fast. Doch hier greift ein Netz von engen und sorgenden Freunden.

Diese fangen aber nicht nur Noah auf, sondern ‚adoptieren‘ Julian gleich mit. Der deutlich jüngere Mann ist in L.A. fremd, doch Noahs Freunde binden ihn ein und kümmern sich um ihn. Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und mit mehreren – durchaus passenden – Zeitsprüngen, kommt es auch zu keinen Längen. Es ist rührend zu lesen, wie Noah und Julian aufeinander zu gehen und mit ihren Gefühlen hadern. Die Autorin macht es ihnen nicht immer leicht und sie müssen einige Hürden bestehen, bis sie wirklich zueinander finden. Obwohl Noah doch deutlich reifer ist, wirkt er aber niemals onkelhaft oder zu abgeklärt. Auch er muss sich in dieser neuen Lebensphase erst zurecht finden.

Julian hingegen taumelt eine Weile durchs Leben. Nicht immer trifft er gute Entscheidungen und manchmal reagiert er einfach trotzig, unsicher, ungeschickt. Allerdings ist auch sein Verhalten verständlich und nachvollziehbar. Deswegen nervt er den Leser damit auch nicht. Ein durchaus lesenswertes Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

Weitere Rezensionen zu diesem Buch habem meine Kolleginnen von Laberladen und I love Gaybooks verfasst.

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3 Gedanken zu „Noah – Cara Dee

  1. Wenn Du mehr von der Autorin lesen möchtest, kann ich Dir „Public Display of Everything“ und „Aftermath“ wärmstens ans Herz legen.
    LG Gabi

    Gefällt mir

  2. Pingback: [GayLesenes] Mai 2016 | GayLesen

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