GayLesen

… Geschichten die über den Regenbogen führen

Dunkle Schatten – Rhys Ford

Der Tattookünstler Kismet lebt ein Leben voller Angst und Unsicherheit. Um diesen Ängsten zu entfliehen, versinkt er immer mehr in seiner Drogensucht. Doch die Grenzen verschwimmen. Was ist real und was Einbildung? Wird er verrückt? Ist er schon verrückt und verliert er endgültige den Verstand? Oder sind all die Kreaturen und unerklärlichen Dingen tatsächlich Teil dieser Welt, die Kismet zu verschlucken droht? Doch es gibt sie – eine andere Welt. Und die ist den Menschen eigentlich verborgen. Nur Tote und Verrückte können gelegentlich die Grenze erkennen. Und die Grenzwelt ist die Heimat von Colm.

Colm heisst eigentlich Pestilenz und ist einer der vier apokalyptischen Reitern. Mit seinen Kollegen Tod, Krieg und Hunger teilt er sich eine Wohnung und seine Bestimmung ist es als Unsterblicher den Menschen zu dienen; das Gleichgewicht zu halten. Da andere Unsterbliche sie meiden, bleiben die Reiter meist unter sich. Und selbst sie sind sich nicht immer einig. Vor allem Colm hat es nicht leicht, weil er der jüngste und unerfahrenste Reiter ist.

Tod scheint die Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen und Krieg ist seit gefühlten Jahrtausenden in Tod verliebt – doch diese Neigung wird nicht erwidert. Zumindest gibt Tod nicht nach und hält seinen Freund auf Distanz. Und Hunger ist sowieso immer auf Distanz. Doch die Grenze, die die Welten trennt wird durchlässig und jemand scheint Kismet zu benützen um die Menschheit ins Chaos zu stürzen. Jetzt sind die vier Reiter gefordert und müssen zusammenhalten.

Obwohl die Grundidee und die Welt sehr interessant sind, konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Wirklich gut beschrieben wird Kismets Drogensucht. Seine Wahnvorstellungen sind erschreckend und nehmen dem Leser oft den Atem. Allerdings ist der Protagonist wenig einnehmend und blieb mir auch fremd. Generell sind alle Akteure seltsam distanziert und für den Leser kaum greifbar. Wirklich interessant fand ich nur die Interaktion zwischen Tod und Krieg. Aber auch hier wird alles nur irgendwie angerissen, bleibt oberflächlich und versandet dann irgendwann auch wieder.

Rhys Ford bringt immer neue Wesen und Unsterbliche ins Spiel, doch damit verwirrt sie nur und mir fiel es echt schwer der Grundgeschichte zu folgen. Im Grunde sind sie alle desillusioniert, oder verdorben oder eben arbeitsmüde. So wollen ein paar Unsterbliche die Grenze aufbrechen, andere haben so gar keine Lust mehr auf ihren Job. Und irgendwie sucht mal als Leser den Big-Boss in der ganzen Angelegenheit. Leider findet er sich nicht.

Aus den Apokalyptischen Reitern hätte man wirklich viel machen können, doch das ist der Autorin leider gar nicht gelungen. Dabei ist jetzt nicht einmal die fehlende Romantik ein Problem. Braucht es ja nicht – aber das hätte die Geschichte für mich vielleicht noch retten können. Tod fühlt sich eben für alles verantwortlich, Krieg ist sexuell frustriert und hechelt Tod seit Jahrtausenden hinterher, Hunger ist zwar cool, aber kaum präsent. Und Colm ist jung, unerfahren und auch ziemlich naiv. Und Kismet? Ja den gibt es auch und irgendwann kann man nur noch den Kopf schütteln.

So bleibt es eine düstere und manchmal verwirrende Geschichte, die mich am Ende sehr ratlos zurückgelassen hat.

 

 

 

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